Aktuelle Medlungen

26.12.2018 - Gebäudevollbrand in Manubach Feuerwehren der Verbandsgemeinde am Zweiten Weihnachtsfeiertag im Dauereinsatz Es ist die Nacht vom ersten auf den zweiten Weihnachtsfeiertag. Auch die Feuerwehrkameraden der Verbandsgemeinde liegen mittlerweile alle im Tiefschlaf. Um genau 2.17 Uhr werden sie von den schrillenden Alarmmeldern aus dem Schlaf gerissen. Der knappe Text auf dem Melder-Display: B3, Gebäudevollbrand in Manubach. Man kennt die Bebauung in Manubach. Alles dicht bei dicht. Der Adrenalinspiegel schießt in die Höhe. Raus aus dem Bett, rein in die Klamotten, in höchster Eile zum Feuerwehrgerätehaus und ab in den Einsatz. Schon von Weitem ist der Feuerschein zu sehen. Die Feuerwehr Diebachtal trifft als erste am Brandobjekt ein. Das komplette Anwesen steht in Vollbrand, meterhoch schießen die Flammen in den Nachthimmel. Die angrenzenden Gebäude, in weniger als einem Meter Abstand, sind akut gefährdet. Sofort werden Riegelstellungen aufgebaut um die Häuser vor Flammen, Hitze und Funkenflug zu schützen. Nur ein, zwei Minuten später schießt das Wasser aus den Strahlrohren zum Schutz der Nachbargebäude. Der Bewohner des brennenden Hauses hat sich selbst retten können und auch die Nachbarn sind in Sicherheit. Die Drehleiter aus Bingen mit dem Großtank-Löschfahrzeug im Schlepptau erreicht kurze Zeit später die Einsatzstelle. In höchster Eile wird die Leiter einsatzbereit gemacht, um mit dem Wasserwerfer aus dem Drehleiterkorb die Flammen zu bekämpfen. Das Treppenhaus wirkt wie ein Kamin. An einen Innenangriff ist nicht mehr zu denken, viel zu gefährlich und völlig aussichtslos, angesichts des Flammeninfernos. Nahezu im Sekundentakt treffen weitere Löschfahrzeuge der Verbandsgemeinde-Feuerwehren ein. Atemschutz-Geräteträger rüsten sich aus, um sich beim Vorgehen mit dem Strahlrohr vor Hitze und Rauch zu schützen. Von allen Seiten wird versucht das Feuer einzudämmen. Die Einsatzstelle wird durch Flutlichtstrahler großräumig ausgeleuchtet. Die Drehleiter aus Oberwesel wird in Stellung gebracht, damit mit einem zweiten Monitor die Flammen von oben bekämpft werden können. Da die Löschwasserversorgung in Manubach nicht ausreicht, wird von Waldalgesheimer Kameraden eine Leitung aus Oberdiebach verlegt, damit der enorme Wasserbedarf gesichert ist. Um einen ausreichenden Wasserdruck an der Einsatzstelle zu haben, müssen mehrere tragbare Pumpen dazwischengeschaltet werden. Zeitweise schießen bis zu 5.000 Liter Wasser pro Minute aus den Strahlrohren. Am Dorfgemeinschaftshaus wird die Einsatzleitung aufgebaut. Neben dem Einsatzleitwagen 1 der VG Rhein-Nahe, steht der größere Einsatzleitwagen 2 des Landkreises mit seiner Besatzung, um gemeinsam den umfangreichen Einsatz zu koordinieren. So langsam scheinen die Löschmaßnahmen zu wirken. Zwar brennt das Gebäude immer noch lichterloh, doch mischt sich jetzt unter den Brandrauch auch immer mehr Wasserdampf. Auch die Riegelstellungen scheinen zu halten. Bislang ist kein nennenswerter Schaden an den Nachbarhäusern entstanden. Trotz der Hitze des Brandes ist es in wenigen Metern Abstand beißend kalt. Knapp minus sieben Grad zeigt das Thermometer. Das abfließende Löschwasser beginnt zu frieren. Der Boden wird glatt, die Straße zur Eisbahn. Streusalz in größeren Mengen muss beigeschafft werden, damit die Einsatzkräfte bei ihrer Arbeit einen sicheren Stand haben und es zu keinem Unfall kommt. Das Dach des Brandhauses ist mittlerweile komplett eingestürzt, und auch die Holzbalkendecken zum Dachgeschoß sind weitgehend durchgebrannt. Die freistehenden Giebel sind einsturzgefährdet und stellen ein erhebliches Sicherheitsrisiko für die Kameraden dar. Dennoch geht die Brandbekämpfung unvermindert weiter. Das Feuer wird immer weiter zurückgedrängt, aber immer wieder flackert es an zuvor gelöschten Stellen auf. Die Hitze im Inneren ist immer noch enorm. Einige Brandnester können von außen auch mit den Drehleitern nicht erreicht werden. Baudielen und Schaltafeln werden von einem aus dem Bett geklingelten Bauunternehmer beigeschafft und die Gebäudeöffnungen im Erdgeschoss damit verschlossen, damit die Brandruine mit Löschschaum geflutet werden kann. Mittlerweile sind auch die Baugutachter des THW an der Einsatzstelle eingetroffen. Sie sollen die Statik des Hauses und die daraus resultierenden Gefahren beurteilen. Auf ihre Empfehlung hin wird von der Drehleiter aus der Straßenseitige Giebel niedergelegt. Um den freistehenden Schornstein, werden mit Hilfe der Drehleiter Seile gelegt, damit er aus Sicherheitsgründen von Hand umgezogen werden kann. Einzelne Wehren können jetzt nach und nach aus dem Einsatz herausgelöst werden, da der Personalbedarf nun nicht mehr so hoch ist. Auch die Riegelstellungen können aufgelöst werden. Die Nachbarhäuser bleiben bis auf ein paar Kleinigkeiten unbeschadet. Der massive Wassereinsatz an den Riegelstellungen hat sich mehr als gelohnt. Nach und nach können die Löschmaßnahmen zurückgefahren werden. Bauzäune werden beigeschafft und die Brandstelle abgesichert, Straße und Gehwege werden gesäubert. Ab 10.30 Uhr übernimmt die Feuerwehr Münster-Sarmsheim die erste Brandwache. Immer noch steigt aus der Brandruine Qualm auf. Die Wärmebildkamera zeigt in einigen Bereichen immer noch hohe Temperaturen an. Gegen 14.00 Uhr flackert an einigen Stellen das Feuer wieder auf. Aufgrund der akuten Einsturzgefahr können die Nachlöscharbeiten aber nur von außen durchgeführt werden. Nachdem Wasser alleine keine richtige Wirkung zeigt, setzen die Münster-Sarmsheimer Kameraden wieder Schaum ein, ersticken damit die Flammen. Auch die Wand zum Nachbarhaus muss, wegen der immer noch hohen Wärmestrahlung, wieder mit Wasser gekühlt werden. Zwar sinken durch die Maßnahmen die Temperaturen wieder, aber die Gefahr ist noch nicht gebannt. Mit Einreißhaken werden von außen Deckenverkleidungen heruntergeholt und die immer noch glimmenden Holzteile abgelöscht. Kurz vor 19.00 beginnt es in der teilweise noch vorhandenen Holzbalkendecke erneut zu brennen. Ein weiterer Schaumeinsatz lässt dann die Temperaturen in dem Gebälk signifikant sinken. Um 20.30 Uhr übernehmen die Kräfte aus Diebachtal die Brandwache. Auch in der Nacht muss dann nochmal ein Schaumangriff erfolgen, da in einer Ecke wieder Rauch aufsteigt. Gegen 08.00 Uhr am Donnerstagmorgen ist dann der Brand endgültig gelöscht. Letzte Aufräumarbeiten werden erledigt, das eingesetzte Material wieder in den Fahrzeugen verstaut, denn der nächste Einsatz kommt bestimmt. Wenn auch hoffentlich nicht so schnell. Insgesamt waren über die gesamte Einsatzdauer von circa 30 Stunden 128 Feuerwehrkameradinnen und Kameraden mit zusammen 28 Fahrzeugen aus den Feuerwehren, Bacharach, Henschhausen, Breitscheid, Rheinhöhe, Diebachtal, Heimbachtal, Trechtingshausen, Waldalgesheim und Münster-Sarmsheim, sowie Bingen und Oberwesel im Einsatz. Dazu kommen noch Polizei, Rettungsdienst, THW, Stromversorger, Wasserversorger und das Klärwerk. Trotz aller widrigen Umstände sind, Gott sei Dank, alle eingesetzten Kräfte, wenn auch völlig ausgepowert und übermüdet nach dem aufreibenden Einsatz, wieder gesund nach Hause zurückgekommen. Während in der ersten Nacht die Verpflegungsgruppe der Feuerwehr Rheinhöhe die eingesetzten Kräfte der Verbandsgemeinde-Feuerwehren wie immer zuverlässig mit warmen Getränken und Essen versorgte, kümmerten sich während den Brandwachen der erste Beigeordnete der Ortsgemeinde Manubach, Herr Paulen, zusammen mit seiner Frau und den Anwohnern führsorglich mit warmen Getränken, warmem Essen, Kaffee und Kuchen um die in der Kälte ausharrenden Kameraden. An dieser Stelle ein herzliches Dankeschön dafür. Text und Bilder: Wolfgang Bleher, Feuerwehr VG Rhein-Nahe nächste Seite
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